Bildungswerk/Erstes Konzept

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Von Dorothee Riese, Juli 2009

Idee[Bearbeiten]

Die Idee eines Bildungswerkes ist nicht neu, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene gab es bereits Versuche der Etablierung einer solchen Idee.

Hintergrund ist die Problematik, dass Studierende in studentischer Selbstverwaltung und hochschulpolitischer Interessenvertretung viel besser mit ihren Problemen und Themen umgehen können, wenn sie geschult und umfassend informiert sind.

Durch relativ hohe Fluktuation wird Wissen aber z.T. nur schlecht weitergegeben und quasi immer wieder neu erfunden.

Wissen wird nicht ausreichend vernetzt, geht schnell mit den Personen verloren, wenn diese wechseln. Dabei wäre durch eine kontinuierlichere Information auch eine Professionalisierung erreichbar, die Studierende, die aufgrund der hohen Fluktuation und ihrer strukturellen Unterrepräsentation in Gremien und Politik sowieso im Nachteil gegenüber anderen Interessengruppen sind, für sich nutzen könnten.

Die Idee eines Bildungswerkes greift diese Defizite auf und soll Wissen vernetzen, Wissensweitergabe verbreitern und unterstützen.


Beteiligte Strukturen[Bearbeiten]

Getragen werden sollte das Bildungswerk zunächst von den Landesstudierendenvertretungen der Bundesländer Sachsen und Thüringen.

Die Einschränkung auf diese zwei Länder rührt aus verschiedenen Überlegungen her:

  • Geografische Nähe
    Zum einen soll auch über Ländergrenzen hinaus vernetzt werden, zum anderen sind aus geografischen Gründen Einschränkungen sinnvoll, da Entfernungen für den "Austausch" von ReferentInnen und Interessierten durchaus zeitlich und finanziell relevant sind.
  • Inhaltliche Nähe
    Gemeinsame Themen sind für einen Austausch zwingend notwendig, um auch über die Landesgrenzen hinaus effektiv zusammenarbeiten zu können. Diese werden in Hochschulgesetzen oder ähnlichen Problemen (Hochschulpakt und Studierendenmangel, "Studieren in Fernost" etc.) deutlich.
  • Strukturelle Nähe
    Beide Bundesländer verfügen über ein StuRa- statt eines AStA-Systems. Des Weiteren sind auch die gesetzlich vorgesehenen Landesvertretungen ähnlich aufgebaut.

Auch auf einer pragmatischen Ebene ist der Start mit diesen beiden Bundesländern sinnvoll, da bereits Kooperationen bestehen. Die Grundlagen sollten daher in kleinem Rahmen geschaffen werden und dann perspektivisch ausgebaut werden. Aber natürlich ist der Erfolg eines solchen Projektes auf die Integration einer großen Zahl von AkteurInnen angewiesen. Kooperationen sollten daher mit verschiedenen Gruppen und Institutionen angestrebt werden. Exemplarisch wären da Stiftungen, ggf. Parteiorganisationen, Gewerkschaften, politische Arbeitsgruppen und Strukturen zu nennen. Eine Auflistung möglicher AnsprechpartnerInnen findet sich im Anhang.

Aufgaben eines Bildungswerkes[Bearbeiten]

Die Aufgaben sollten breit gestreut sein und über reine Koordination und Organisation hinaus gehen. Denn ebenso wichtig ist die Erschließung neuer Themen, Inhalte, Vermittlungsformen und Problemfelder. Konkret lassen sich folgende Schwerpunkte herauskristallisieren:

  1. ReferentInnenpool
    Der ReferentInnenpool sollte durch Zuarbeiten der PartnerInnen und LandesvertreterInnen erstellt werden. Der Pool sollte Personen beinhalten, die in der Lage sind, zu bestimmten Themen Workshops anzubieten. Des Weiteren sind Kontaktdaten, detaillierte Informationen zu den Themen und Workshops der Personen sowie Informationen zur Verfügbarkeit für Veranstaltungen nötig. Dabei sollte dringend auch notiert werden, welche Organisation die entsprechende Person für den Pool vorgeschlagen hat, um ggf. die weitere Verfügbarkeit regelmäßig prüfen zu können. Der Vorschlag durch beteiligte Organisationen dient dazu, das gesammelte Workshopangebot qualitativ abzusichern (damit man beispielsweise nicht plötzlich Burschis o.ä. im Pool hat). Der Pool muss mindestens halbjährlich aktualisiert und gesichtet werden, um einen Überblick zu haben, welche Themen bearbeitet werden und wo noch Bedarf besteht. Dabei ist die Zuarbeit unerlässlich.
  2. TeamerInnenpool
    Neben ReferentInnen, die für bestimmte Themen an den verschiedenen Orten Veranstaltungen machen können, sollten zur Weitergabe des Wissens auch weitere TeamerInnen geschult werden. Auch hierfür ist eine Erfassung der geeigneten Personen in einem Pool sinnvoll analog zum ReferentInnenpool.
  3. Koordination und Bewerbung
    Das Bildungswerk sollte als Koordinations- und Organisationsstelle fungieren. Es sollte zentral Termine erfassen, vermitteln und bewerben, sodass die entsprechenden Veranstaltungen auch wahrgenommen werden. Hier sollte bei Bedarf auch logistische Unterstützung gegeben werden, bspw. Für die Organisation von Räumen, Anfahrt, Unterbringung, Verpflegung oder Finanzierung.
  4. Erschließung von Themen, Problemen, Vermittlungsformen
    Eine reine Koordination ist zu wenig inhaltlich. Der Anspruch an ein Bildungswerk sollte weiter gehen. Daher ist die inhaltliche Arbeit ein zentraler Punkt an diesem Konzept. Die Struktur Bildungswerk sollte regelmäßige Arbeitstreffen machen, bspw. Unter den KoordinatorInnen, aber auch mit ReferentInnen, TeamerInnen-Schulende oder den unterstützenden Strukturen. Dabei sollen kreative Vermittlungsformen entworfen werden aber auch Problemstellungen diskutiert werden, die durch Workshops weitergegeben werden müssen.

Finanzierung[Bearbeiten]

Für die Finanzierung bestehen mehrere Modelle, die im Folgenden kurz vorgestellt werden sollen. Am Schluss soll eine Empfehlung dieses Konzepts stehen; die konkrete Lage kann aber nur durch die Landesvertretungen verhandelt werden.

  1. Kooperationsvertrag/ Finanzvereinbarung
    Ähnlich der finanziellen Organisation der KSS könnte ein Kooperationsvertrag (Finanzvereinbarung) geschlossen werden, in dem konkrete Verpflichtungen formuliert sind, welche Struktur welchen finanziellen Beitrag leisten muss.
    Hierbei ist natürlich der Aufwand relativ groß, da eine Buchhaltung dafür gefunden werden muss, die Unterzeichnung gesichert werden muss und die Beiträge eingezogen werden müssen, sodass ein eigenständiges Finanzwesen entsteht.
    Vorteil ist, dass relativ unabhängig auf die Finanzen zugegriffen werden kann und nach dem anfänglichen Aufwand eine gewisse Unabhängigkeit besteht.
  2. Externe Finanzierung
    Eine externe Finanzierung kann beispielsweise über Ministerien und Stiftungen erfragt werden. So wäre der finanzielle Aufwand der StuRä und Landesvertretungen gering bis nicht existent.
    Beim BMBF besteht die Möglichkeit Seminare finanziert zu bekommen Antragsfrist immer Juni für das folgende Jahr.
    Beim SMWK gibt es den Topf für Veranstaltungen (der KSS).
    Beim DAAD können für Internationale bzw. Bolognaveranstlatungen Gelder beantragt werden.
    Das DSW hat für seine Verwaltungsrätler eigene Veranstaltungen - kann man sich ggf. mit andocken.
  3. Dezentrale Finanzierung
    Hierunter ist zu verstehen, dass jeweils beispielsweise die Herkunftsstrukturen der ReferentInnen bzw. die StuRä an den Orten, an denen Veranstaltungen stattfinden die Finanzierung von Veranstaltungen übernehmen.

Problematisch ist hierbei vor allem, wenn zentrale Kosten (beispielsweise Büromaterialien für Koordination o.ä.) anfallen und keineR zuständig ist. Außerdem sind dadurch kleine Strukturen/StuRä benachteiligt, die eventuell den finanziellen Aufwand nicht leisten können, obwohl sie ggf. den größeren Bedarf haben, da sie nicht auf so große Strukturen zurückgreifen können wie andere. Hierbei fehlt daher ein Solidaritätsprinzip, das die Basis eines Bildungswerks darstellen muss.

  1. Vorteil wäre dagegen, dass relativ unkompliziert Veranstaltungen ablaufen können und daher wenig zusätzlicher zentraler Aufwand entsteht.

Insgesamt plädiert dieses Konzept für eine Mischform. Zunächst sollte in der Startphase mit dezentraler Finanzierung gearbeitet werden, aber auch externe Mittel beantragt werden. Perspektivisch ist dann ein Vertrag nicht ausgeschlossen, zunächst sollten die Inhalte aber im Vordergrund stehen. Unabdingbar ist dabei aber, das finanzstärkere Institutionen für kleinere auch Kosten übernehmen, da das Konzept sonst nicht funktioniert. Dies betrifft insbesondere auch Fahrkosten und ggf. Unterbringung für Interessierte.

Die Frage ist welche Rechtsform gewählt werden sollte. Da die Workshops wohl nicht kostenfrei angeboten werden können stellt bzw. Fördermittel eingeworben werden müssen, muss eine Rechtsform her mit der dies Möglich ist. Daher sollte man prüfen ob es in Form eines Vereins oder eine Stiftung "Zur Förderung der Studentischen Arbeit" bedarf die auch über die Fähigkeit der Gemeinnützigkeit verfügt.

Organisation des Bildungswerks/ Struktur[Bearbeiten]

Zentrale Organisationseinheit des Bildungswerkes sollte ein Koordinierungsorgan sein. Die Zusammensetzung sollte 3+3 sein, d.h. aus jedem Bundesland drei gewählte VertreterInnen (durch die Landesvertretungen), die sich um die Organisation kümmern und die anfallenden Aufgaben wahrnehmen. Die Frage ist ob man ggf. eine "festere Struktur" benötigt die auch regelmäßig als AnsprechpartnerInnen dienen kann. Ggf. kann ein oder mehrere StuRä teile der Angesteltenkapazität zur Verfügung stellen (1. Finanzen und Abrechnung ein anderer StuRa Anmeldung und Orga,....)

Einrichtung eines Bildungswerkes[Bearbeiten]

Vorschlag für die folgenden Schritte:

  1. Beratungen in KSS und KTS - August
  2. Beschlüsse zur Einrichtung und Finanzierung
  3. gemeinsame Beratungen KTS und KSS - September
  4. Wahlen KO - spätestens Oktober
  5. Sammlung ReferentInnen, ReferentInnen-Teamer, Sortierung, Erfassung - Oktober
  6. Erstellung eines Veranstaltungsplanes, Homepage, Bewerbungskonzept, Anfragen an externe KooperationspartnerInnen - November
  7. weiteres Treffen KSS und KTS zur Diskussion: welche Themen wünschen wir uns, warum, wie, was wollen wir darüber hinaus erreichen - Dezember

Perspektivisch:

  • Programmheft je Semester
  • Finanzvereinbarung?
  • Integration weiterer Bundesländer/ Landesvertretungen
  • Alternativ kann man auch die Leistungen für andere Bundesländer gegen Aufpreis anbieten. Da Föderalismus ist es bei manchen Bereichen schwierig die Seminare in alle Länder zu exportieren.
  • Anhang

Anhang[Bearbeiten]

Mögliche KooperationspartnerInnen:

  1. Bündnis für Politik und Meinungsfreiheit
  2. GEW + Landesausschüsse
  3. SMWK
  4. TKM
  5. ABS
  6. fzs
  7. Universitäten
  8. Parteijugenden/ - hochschulgruppen
  9. Stiftungen
  10. 


Themengebiete:

  • Gremienseminare:
    • Insbesondere Senat
    • Fakultätsrat
    • Studienkommissionen
    • Verwaltungsräte der StuWe
  • Studienreform
    • Poolseminare (mit dem Pool)
    • Qualitätssicherung
  • Soziales
    • BaföG
    • Jobberatung (ggf. mit Gewerkschaften DGB)
    • Andere sozial relevante Sachen