Flyer Tag der Sachsen

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Die geplanten Kürzungen im Hochschulbereich und ihre Folgen[Bearbeiten]

Die sächsische Landesregierung ist dabei, die Hochschullandschaft kaputt zu sparen. Allen Beteuerungen, man wolle mehr für Bildung tun, zum Trotz, werden die Universitäten und Fachhochschulen zur Mittelmäßigkeit zusammengekürzt. Ausgerechnet im Bildungsland Sachsen, das gern im In- und Ausland mit seinen Hochschulen prahlt.

Tatsache ist: Sachsen gibt bereits heute weniger Geld je StudentIn aus, als der Bundesdurchschnitt. In den vergangenen Jahren sind über 400 ProfessorInnenstellen verschwunden, bis 2015 werden noch einmal 300 Beschäftigte vom Freistaat an den Hochschulen entlassen. Schon heute sind die Hörsäle überfüllt, Seminare müssen kurzfristig ausfallen - Ja, es gibt sogar Le(e)hrstühle an denen keine Betreuung für Abschlussarbeiten mehr stattfindet. Studierende geraten sehr schnell mit ihrem Studium in Verzug - egal! Dass sie sich verschulden müssen, weil das BAföG nur eine gewisse Zeit gezahlt wird - offenbar interessiert auch das niemanden. Und nun sollen noch einmal etliche Millionen Euro bei der Lehre gespart werden!

Wenn dann gleichzeitig auch noch bei den Studentenwerken über 3 Millionen wegfallen und damit die Mensapreise, Wohnheimpreise und Semesterbeiträge rasant steigen, werden noch weniger junge Menschen ein Studium aufnehmen. Das Risiko, sich für eine mittelmäßige und ewig lange Ausbildung hoffnungslos verschulden zu müssen, ist dann doch einfach zu groß! Aber Hauptsache, Ministerinnen und Minister können preiswerter in ihren Kantinen essen, als Studierende in den Mensen. Guten Appetit, Bildungsland!


Die sächsische Landesregierung ist dabei, die Hochschullandschaft kaputt zu sparen. Universitäten und Fachhochschulen, die zur Arbeitsunfähigkeit zusammengekürzt werden können keine Grundlage für ein Bildungsland sein.

Begründet werden die Einsparung von 1,3 Mrd. € pro Jahr mit der Wirtschaftskrise und Steuermindereinnahmen, obwohl diese nur etwa 600 Mio € betragen. In schwierigen Zeiten sollen sogar noch zusätzlich Schulden abgebaut werden.

Dass diese Sparwut in einer Endlosspirale mündet, scheint der Staatsregierung nicht bewusst zu sein. Die Absicherung der bereits unterbesetzten Lehre ist in den nächsten Jahren bedroht. 300 Hochschulbeschäftigte sollen bis 2015 entlassen und Tutorien komplett gestrichen werden. Bis 2020 werden soviel Angestellte entlassen, wie in einer Mittelgroßen Hochschule arbeiten. Hier entsteht nicht die Frage ob Lehrbereiche oder Hochschulen geschlossen werden, sondern welche! Auch in die Forschung soll trotz bisher guter Ergebnisse 50% weniger als im Vorjahr investiert werden, wodurch keine Kontinuität gewährleistet sein kann. Ebenso wird es kaum noch möglich sein, wissenschaftliche Hilfskräfte zu beschäftigen. Die Bibliotheken, die ein elementarer Bestandteil des Studiums sind, können durch die Einsparungen den universitären Bedürfnissen kaum gerecht werden.

Abgesehen davon werden auch die Studentenwerke mit 3 Mio. €, also 1/3 weniger kaum in der Lage sein, Mensa-, Wohnheimpreise und letztendlich auch die Semesterbeiträge als Ganzes auf dem derzeitigen Niveau zu halten - Preisanstiege sind vorprogrammiert. Dies widerspricht dem sozialen Charakter der Studentenwerke fundamental.

Zu allem kommt hinzu, dass sich die Ausgaben pro Studierenden schon jetzt im vierstelligen Bereich unter dem Bundesdurchschnitt befinden.

Entwurf für den sozialen Bereich[Bearbeiten]

Die Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen ist durch die Kürzungen substantiell gefährdet. Folgen sind, dass Projekte mit sowie für Kinder und Jugendliche, die zur Verbesserung der Lebensbedingungen junger Menschen beitragen und notwendig sind, stark eingeschränkt oder beendet werden. Öffnungszeiten in Jugendhäusern oder Jugendclubs werden reduziert und verschiedene soziale und kulturelle Bildungsangebote können nicht mehr durchgeführt werden.

Die Kürzungen führen weiterhin zu Einschränkungen von Angeboten, die der sozialen Integration sowie dem Schutz von Mädchen und Jungen dienen. Darunter zählen die mobile Jugendarbeit, die Elternberatung und die Familienbildung sowie ambulante Angebote für straffällige Jugendliche. Ausgebildetes Fachpersonal wird reduziert oder gekündigt.

Von öffentlicher Seite - so musste man in den letzten Monaten leider häufig erfahren - fehlt vielfach das Verständnis für die Härten, die die von den Kürzungen betroffenen Kinder, Jugendlichen und Ehren- und Hauptamtlichen der Jugendarbeit nun zu tragen haben. Es erfolgt keine Anerkennung der Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen, es erfolgt keine Wertschätzung der Arbeit ehren- und hauptamtlicher MitarbeiterInnen. Statt dessen drohen weitere Kürzungen.


Der soziale Bereich in Sachsen ist durch die Kürzungen substantiell gefährdet.

Bei der Kinder- und Jugendarbeit bewirkt die Kürzung der Jugendpauschale von 14€ auf 10€ eine flächenmäßige Unterfinanzierung. Folgen sind, dass Stellen von SozialarbeiterInnen massiv gestrichen und ehrenamtliche Tätigkeiten so gut wie unmöglich werden. So werden z.B. die Stellen des freiwilligen sozialen Jahres auf die Hälfte gekürzt. Projekte mit sowie für Kinder und Jugendliche, die zur Verbesserung der Lebensbedingungen junger Menschen beitragen und notwendig sind, müssen stark eingeschränkt oder beendet werden. Öffnungszeiten in Jugendhäusern oder Jugendclubs werden reduziert und verschiedene soziale und kulturelle Bildungsangebote können nicht mehr durchgeführt werden.

Außerdem fallen die Zuschüsse vom Land für das kostenfreie Vorschuljahr weg, wodurch dieses kaum noch angeboten werden kann. Die Bildungstöpfe der landesweiten Träger für Jugendarbeit werden extrem geschröpft und eine Bildung über die Standartangebote in Schulen hinaus ist nicht mehr möglich. Auch bei der essentiellen sozialen Beratung, wie zum Beispiel bei Sucht- und Drogenprävention, Elternberatung und Familienbildung wird stark gekürzt, wodurch dieser schon in den Vorjahren unterfinanzierte Bereich kaum Bestand mehr hat.

Ebenso ist der Sozialhilfebereich, insbesondere in der Altenpflege, stark durch Kündigungen von ausgebildetem Fachpersonal gefährdet.

Von öffentlicher Seite - so musste man in den letzten Monaten leider häufig erfahren - fehlt vielfach das Verständnis für die Härten, die die von den Kürzungen betroffenen Kinder, Jugendlichen, Erwachsenen und Ehren- und Hauptamtlichen der Sozialarbeit nun zu tragen haben. Es erfolgt keine Anerkennung der Bedürfnisse der Menschen, es erfolgt keine Wertschätzung der Arbeit ehren- und hauptamtlicher MitarbeiterInnen. Statt dessen drohen weitere Kürzungen.

Verständlich gemachter Text zur Jugendarbeit aus der zweiten Naunhofer Erklärung[Bearbeiten]

Die Kürzungen im Bereich der Jugend- und Jugendverbandsarbeit in Sachsen werden verheerende Auswirkungen haben, auch wenn diese jetzt noch nicht sichtbar sind. Die heute gekürzten Millionen werden in wenigen Jahren um ein Vielfaches gebraucht, um die jetzt beschädigte Struktur wieder aufzubauen.

Die fehlende Jugendhilfe in ländlichen Räumen reißt gefährliche Lücken in die Jugendkultur. Entwicklungen unter Jugendlichen bleiben so unbeobachtet, mögliche Konsequenzen für die pädagogische Arbeit auch. Dies öffnet Räume für radikale und rechtsgerichtete Jugendkulturen. Zusätzlich dünnt sich die Vielfalt schnell erreichbarer, nichtkommerzieller Angebote an junge Menschen aus oder zwingt diese in die direkte Konkurrenz zu auf Gewinn ausgerichteter Anbieter. Die Konzentration auf kostenintensive, außerschulische Angebote gefährdet die dringend gebotene Integration sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher. Die Verringerung der Angebote geht einher mit der Abnahme sozialer Kompetenzen und der Zunahme der Ausgaben für zusätzliche Bildungsangebote - ein Zustand, der bereits heute von Industrie und Handwerk beklagt wird.

Die vorsorgende Arbeit direkt mit Kindern und Jugendlichen und deren Fähigkeit zu verantwortungsvollem Handeln kann nicht mehr im notwendigen Umfang gewährleistet werden. Und das, obwohl unbestritten ist: Der beste Kinder und Jugendschutz ist immer noch das Sensibilisieren und Stärken junger Menschen.

Der Wegfall hauptamtlicher Tätigkeit hat erhebliche Auswirkungen auf den Umfang und die Leistungsfähigkeit ehrenamtlichen Engagements. Die Erwartung, die Arbeit in der Jugendhilfe durch reines Ehrenamt auffangen zu können, ist unrealistisch. Gestiegene pädagogische, fachliche und organisatorische Herausforderung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erfordern ein zunehmendes Maß an fachlicher Begleitung, Schulung und Beratung der ehrenamtlichen Tätigkeit. Ohne eine Mindestausstattung an hauptamtlichem Personal ist die ehrenamtlich getragenen Kinder- und Jugendarbeit in Bestand, Leistungsfähigkeit und Funktionalität gefährdet.

Die Kürzungen gefährden die gesetzlich gewollte Vielfalt, konzentrieren die Arbeit auf Wenige, und schränken dadurch die lebensweltorientierte Jugendarbeit bei gleichzeitig steigender Fülle verschiedener Lebensentwürfe ein. Sie vermindern aufgrund des zunehmenden Wegfalls von Experten in einzelnen Leistungsbereichen die fachliche Qualität.

Die wenigen Beispiele zeigen, dass der Rückzug der Staatsregierung auf die gesetzlichen Leistungen zu kurz gedacht ist. Jeder in der präventiven Arbeit gekürzte Euro wird erhebliche Folgekosten verursachen, wie die Vergangenheit mehrfach bewiesen hat.

Kürzungen schwächen alle Ebenen!